PR-Handwerk
Warum Langeweile auch mal gut für die PR sein kann
TL;DR: Bewusst ausgehaltene Langeweile gibt dem Gehirn Raum, Reize zu verarbeiten und neue Verbindungen herzustellen. In der PR können reizfreie Pausen dabei helfen, kreative Ideen und neue Kommunikationsansätze zu entwickeln.
Wir langeweilen uns nur noch selten – zu viele Reize und Beschäftigungen halten uns auf Trab. Und wenn doch, wird schnell das Handy gezückt und die Endlosschleife aus Scrollen beginnt. Langeweile ist aber in Maßen gut für das Gehirn und auch für die Kreativität, die wir in der PR brauchen. Aber warum ist Langeweile, die eigentlich eher negativ konnotiert ist, gut?
Warum Langeweile gut für das Gehirn und die Kreativität sein kann
Langeweile bietet die Möglichkeit, dass Gedanken wandern können, wir uns auf die Suche nach neuen Reizen machen und dass das Gehirn eine kurze Pause bekommt. Sie ist somit ein Vorläufer von Kreativität. Doch wie verläuft eigentlich der Prozess von Langeweile zu Kreativität genau? Es beginnt mit dem Gefühl der Langeweile, nichts erscheint einem interessant und bei vielen setzt hier dann der Impuls ein, nach dem Handy zu greifen und mit dem Scrollen zu beginnen, bei dem man dann oft vor dem Handy oder besser gesagt auf Social Media versumpft. Es entsteht Unruhe und das Gehirn fängt an, nach einer Beschäftigung oder Aufgabe zu suchen. Wenn man es allerdings schafft, diese Unruhe auszuhalten, entsteht die Möglichkeit, dass die Gedanken anfangen zu wandern und Neugier in Form von Fragen, Erinnerungen oder Ideen auftauchen. Daraus können dann neue Verbindungen und Ideen oder Kreativität entstehen. Allerdings fällt es vielen schwer, diese Unruhe oder das Nichtstun auszuhalten und selbst bei kurzen Pausen oder Wartemomenten wird schnell zum Handy gegriffen, um neue Reize zu suchen. Dadurch kommt das Gehirn nicht zur Ruhe und zum Abschalten.
Langeweile, Kreativität und die PR
Eines der Ziele von PRlern ist es, Aufmerksamkeit zu generieren. Wie mein Kollege Daniel in seinem Blogbeitrag schon angesprochen hat, befinden wir uns in einer Flut und einem Überangebot an KI-Texten. Aber auch generell wird es schwieriger, über unterschiedliche Kanäle die Aufmerksamkeit von Leser:innen, Hörer:innen, Konsument:innen oder neuen Kund:innen zu bekommen und zu halten. Um in der Reiz- und Contentflut nicht unterzugehen, braucht es Kreativität für neue Ideen, neue Formate oder neue Wege, Aufmerksamkeit und Interesse zu generieren. Doch wie kann man in der Zeit der Reizüberflutung Kreativität aufbauen?
Indem man bewusst die Umweltreize reduziert, zum Beispiel indem man nach Recherchen kurz Abstand nimmt und nicht sofort Ideen bewertet und analysiert und monotone Aufgaben nicht mit zusätzlichem Input füllt. Wenn Umweltreize nachlassen, kann das Gehirn damit anfangen, Verbindungen in Erinnerungen, Beobachtungen, halbfertigen Gedanken oder offenen Fragen zu suchen. Gerade wenn man eher monotone oder fast schon automatisierte Aufgaben macht, kommen daher gute Ideen, zum Beispiel beim Duschen, spazieren gehen oder kurz vorm Einschlafen (also natürlich genau dann, wenn man gerade nichts zum Aufschreiben parat hat).
Macht doch mal kleine Selbstexperimente. Versucht 5-10 Minuten wirklich bewusst nichts zu tun und schaut, wohin euch eure Gedanken treiben und was für Ideen euch kommen. Schreibt die ersten paar Gedanken, die euch gekommen sind auf und vielleicht entwickelt sich daraus ja eine tolle Idee. Versucht etwas, dass euch Spaß macht, wie Zeichnen, Schreiben, Musizieren oder Basteln, ohne den Anspruch auf ein gutes oder perfektes Ergebnis zu haben. Macht diese Tätigkeit, weil sie euch Spaß macht, mit dem einfachen Hintergrund sie auszuführen, eben weil sie euch Spaß bringen soll und schaut was daraus Kreatives entsteht.
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Über Lisa Mayerhofer
Lisa hat 2023 als Volontärin bei Berkeley Kommunikation, der deutschen Niederlassung der Berkeley Communications Group für die DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) in München angefangen und betreut heute als Account Executive Kunden aus dem IT-Bereich. Lisa setzt Pressemitteilungen, Einladungen und Reports kundenspezifisch um und unterstützt bei der Eventplanung und -nachbereitung. Bei Artikeln und Pressemitteilungen lässt sie stets geschickt Storytelling mit einfließen, um die Zielgruppen der Kunden passend anzusprechen.
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Titelbild erstellt mit ChatGPT