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Wie messen wir Medienresonanz heute?


Von Sarah Schönhöffer

In der Printwelt war alles scheinbar einfach: ein Magazin oder eine Tageszeitung wird in einer bestimmten Auflage gedruckt, das ist die Auflage. Dann wurde das Druckerzeugnis verteilt und verkauft – da kamen dann schon Unklarheiten auf, weshalb diese Zahlen von der IVW beispielsweise zertifiziert werden. Die Reichweite – also, von wie vielen Lesern durchschnittlich eine Zeitung oder eine Zeitschrift gelesen wird – war wiederum ein Problem der Testierung, welche durch Umfragen ermittelt wurde.  Sind wir mal ehrlich: schon beim Thema Printreichweite stiegen viele Verantwortliche in Unternehmen aus. Mit dem Internet und zu jeder Zeit verfügbaren Infos wurde das Messen der erreichten Personen einerseits technisch einfacher. Andererseits sorgen neue Begriffe und Messverfahren für Verwirrung. Früher war es eben doch einfacher.

Aber welche Kennzahlen stehen uns Kommunikatoren nun zur Verfügung, um unsere Arbeit (und damit unseren Erfolg) zu messen? Und wie werden sie definiert? Auf der Suche nach der wahren – und ersten – Quelle zur Definition der gängigsten Kennzahlen geht man im Google-Dschungel verloren. Es gibt unzählige Beiträge zu Kennzahlen und KPIs (Key Performance Indicators), doch erfolgt meist kein Verweis darauf, wie verbindlich die Definition ist. Es gibt wohl keine weltweit gültige – obwohl das World-Wide-Web eigentlich eine solche erfordert.  Immerhin sind die meisten Autoren sich einig, zumindest halbwegs.

Bei den Rankings von AGOF und IVW werden allerding s laut Internet World Business „Äpfel mit Birnen verglichen“, da beispielsweise die AGOF sogenannte DigitalFacts ausweist und dabei mehrere Plattformen eines Anbieters zusammenfasst (bei T-Online fließen unter anderem auch Zahlen der Partnerseiten Autoscout.24 oder Einfachtierisch.de mit ein). Also, mit was arbeiten wir?

Visits

Als Visit wird der einmalige Besuch eines Nutzers einer Website bezeichnet. Dabei ist es unerheblich, ob nur die Startansicht angezeigt wurde oder sich der Nutzer durch unzählige Unterseiten – zum Beispiel im Rahmen einer Suche – geklickt hat. Wichtig ist hier, dass es immer ein neuer Visit ist, wenn die Website erneut aufgerufen wird. Wird unser Berkeley-Blog morgens und abends von unserer Praktikantin aufgerufen, sind das zwei Visits.

Page Impressions

Anders verhält es sich bei den Page Impressions. Denn bei diesen wird jeder Besuch jeder einzelnen Unterseite mitgerechnet. Besucht man also unsere Berkeley-Homepage und klickt dann zunächst auf den Blog und dann wiederum auf einen Beitrag, ergibt das drei Page Impressions (während es ein einziger Visit ist).

Unique Visitor

Wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, handelt es sich um einen Besucher, der als eindeutig identifizierbarer User eine Website besucht. Auch wenn er öfters pro Tag auf die Website kommt (Visits) und dabei unterschiedliche Unterseiten davon aufruft (Page Impressions), ist und bleibt es derselbe Nutzer (Unique Visitor).

Mit Social Media und Influencern sind zudem noch neue Kennzahlen hinzugekommen bzw. werden hinzukommen. Unser Clipping-Serivce Landau Media empfiehlt uns hier, die Quantität immer in den Kontext der jeweiligen Plattform zu setzen: so zählen bei MicroBlogs, wie Twitter oder Facebook, die Followerzahlen, im Video-Bereich die Zugriffszahlen, für Social Networks die Gruppengrößen und für Foren die Mitgliederanzahl. Aber darüber schreiben wir ein anderes Mal.

Titel-Foto von  Thomas Kelley auf Unsplash

Beitragsgrafik: Dehli School of Internet Marketing