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Das Oktoberfest: Business in Lederhosen


Von Florian Schafroth

Wenn am 21. September das alljährliche Oktoberfest beginnt, herrscht in München drei Wochen lang der absolute Ausnahmezustand – verstopfte Straßen, um Hilfe suchende Touristen und After-Wiesn-Parties in der ganzen Stadt. Ich kenne Münchner, die jeden Tag aufs Oktoberfest gehen. Auch wenn ich persönlich kein exzessiver Wiesngänger bin, freue ich mich schon auf die fünfte Jahreszeit.

Der Wirtschaftswert des Oktoberfests ist für die Stadt enorm. Entsprechend einer Erhebung aus dem Jahr 2014 gaben damals die Wiesn-Gäste 442 Millionen Euro direkt auf der Wiesn aus. Das waren durchschnittlich 70,22 Euro je Gast. Samt weiteren Ausgaben in der Stadt brachte 2014 das Oktoberfest 1,23 Milliarden Euro Umsatz. Interessanterweise kommen immer noch 71 Prozent der Wiesngänger aus Bayern und knapp 60 Prozent sind Münchner.

Beer, Business, Pretzels, PR

Die Wiesn ist natürlich das Spielfeld der großen Brands. Luxusmarken bedienen sich dabei gern diverser Stars als Publikums- und Pressemagneten und laden vornehmlich ins Käferzelt ein. Aber auch nahezu jede Münchner Firma, die etwas auf sich hält, hat durchgehend Tische oder besser ganze Abteile („Boxen“) in den Zelten reserviert. Das Business zieht sich also längst die Lederhosen an.

Ein neues Produkt? In München? Zum Jahresendgeschäft? Klar, das kündigen wir im Rahmen eines Oktoberfest-Events an! Die Agenda verläuft meist so: erst wird gearbeitet und informiert, und im Anschluss gehen alle gemeinsam auf die Wiesn. Wir haben ebenfalls seit Jahren Tische im Käferzelt, die wir für passende PR-Anlässe gerne nutzen.

Übrigens: „o’zapft“ für den Eigenbedarf wird erst neuerdings. Ich arbeite seit zehn Jahren in Büros rund um die Theresienwiese und ich muss zugeben, unsere Agentur-Wiesn haben wir erst auf Drängen unseres englischen Geschäftsführers Paul eingeführt. „Litres of beer? That must be heaven on earth!“, so sein erster Satz, angesprochen auf das größte Volksfest der Welt. Ok, ein Agenturwiesnbesuch muss her! Seither ist auch bei uns die Agentur-Wiesn gesetzt. Es lebe die Geselligkeit – auch im Geschäftsleben. Übrigens etwas, was man unbedingt von Engländern lernen kann: das Privatleben durchaus ins Berufsleben einfließen zu lassen.

Titelbild: Berkeley auf der Wiesn 2018 mit Geschäftsführer Paul Stallard (stehend). Beitragsbild: Unsere Frauen Alisa, Sarah S., Aline, Sarah T. (v.l.n.r) im Dirndl.