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Künstliche Intelligenz in der PR – Humbug oder bald Realität?


Von Florian Schafroth

Als ich neulich auf einen Artikel zum Thema „Wie Künstliche Intelligenz (KI) Storytelling verändern wird“ gestoßen bin, war ich sofort Feuer und Flamme. Denn Storytelling ist einerseits der Grundpfeiler bei Berkeley Kommunikation und andererseits ein derzeit heiß diskutiertes Thema. Warum nicht Kommunikation mit KI optimieren?

Allerdings musste ich nach den ersten Zeilen feststellen, dass im Artikel der Wandel im Bereich Geschichten erzählen aus Perspektive von Filmschaffenden beschrieben wird, bei der eine Figur quasi zum Leben erweckt wird, indem sie mit dem Rezipienten interagiert.

Doch was könnte das Thema KI in der Kommunikation bedeuten? In welchen Bereichen könnte Künstliche Intelligenz künftig auch bei Kommunikationsfachleuten – gleich welcher Couleur – Realität werden?

Das Problem mit dem Verstehen von KI-Technologie ist, dass wir dahinter meist eine quasi-menschliche Persönlichkeit vermuten, mit einem IQ von mindestens 130 und der geistigen Ausdauer einer Maschine. Jemand also, der jeden gewöhnlichen Kommunikationsdienstleister vom Markt fegt.

Doch das wird so nicht geschehen. Selbst KI als Hilfstechnik wird sich langsamer entwickeln als so mancher Marketing- oder Agentur-Chef sich das wünscht. Viele verwechseln zudem Maschinelles Lernen mit Künstlicher Intelligenz. Maschinelles Lernen in der Form von Deep Learning kann man sich als Entscheidungsmechanismus  vorstellen, der seine Entscheidungen mittels zuvor gefällter, maschineller Entscheidungen immer mehr verfeinert. Auf riesige Datensätze angewendet, sind Deep Learning Algorithmen sehr hilfreich, und bringen Licht ins Licht Dunkel wo ein Mensch allein aufgrund der schieren Masse scheitert. In der Marketing-Automation sind solche Algorithmen bereits behilflich.

In Teilen dient Deep Learning auch als Voraussetzung für Künstliche Intelligenz.  Die will aber etwas anderes, zum Beispiel Leistungen des menschlichen Gehirns nachahmen. Dazu zählt Bilderkennung und natürliche Sprache bis hin zum automatischen Schreiben. Wer in puncto natürliche Sprache sich die Sprachassistenten wie Siri oder Alexa ins Bewusstsein ruft, weiß die Bequemlichkeit von einfachen Fragen und Befehlen zu schätzen. Eine Siri, die intelligente Fragen zu einer Kommunikationsstrategie stellt, wird es aber noch lange nicht geben. In einem anderen Bereich sind die Systeme jedoch recht weit: Das automatische Schreiben hat als „Roboter-Journalismus“ bereits in mehr Redaktionen Einzug gehalten, als man glauben möchte. Wiederkehrende Texte zu Sportberichten, Börsenmeldungen, Verkehrsmeldungen, aber auch Katalogtexte im E-Commerce werden heute von Automaten geschrieben – wenn der Verlag oder die Firma sich der Dienste eine Anbieters wie AX Semantics bedienen will.

Spannende Zeiten also. Die Kollegen von Meltwater halten dazu fest:  „Es wird (…) ein Trend erkennbar: Viele Tools, auf die PR-Profis angewiesen sind, enthalten Funktionen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. So können Keywords besser ermittelt, Trends eindeutiger gefunden, die passenden Journalisten leichter identifiziert und Zielgruppen detaillierter definiert werden.“