Studien & Research

Wie habt ihr es mit dem Gendern in der Unternehmenskommunikation?

Written by Heike Hering-Haas

25 August 2020

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Liebe MitarbeiterInnen, liebe Mitarbeiter*innen, liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder liebe Mitarbeitende….? Binnen-I, Gender-Sternchen*, männliche und weibliche Form ausschreiben, eine neutrale Formulierung suchen oder einfach schreiben, wie wir es kannten? Die Gesellschaft und somit auch die Sprache befinden sich im Wandel, der Aufruhr der Geschlechter ist in vollem Gange. Aufschluss, wie es deutsche PR-Schaffende mit dem Gendern in der Unternehmenskommunikation halten, gibt eine Online-Befragung der dpa-Tochter news aktuell und der Hamburger Agentur Faktenkontor vom Februar dieses Jahres. Das Ergebnis: für die Mehrheit (53%) der Befragten ist gendergerechte Sprache eher bzw. völlig unwichtig. Nur knapp die Hälfte (45%) der Befragten stuft sie als eher bzw. sehr wichtig ein.

Frauen finden gendern wichtiger als Männer

Was nicht wundert: in der Einschätzung der Wichtigkeit gibt es große Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Während nur 6% der männlichen PR-Profis Gender Equality im Sprachgebrauch sehr wichtig finden, schreiben immerhin 22 Prozent der weiblichen PR-Profis einer geschlechtergerechten Sprache eine sehr hohe Bedeutung zu.

Wie wird gegendert?

Gendergerechte Sprache in der Unternehmenskommunikation
Knapp die Hälfte der Befragten wendet keine einheitlichen Gender-Regeln in ihrer Kommunikation an, machen es also mal so, oder mal anders.

Die Devise von Berkeley: Bewusst mit Sprache umgehen

Wie der Großteil der befragten Agenturen folgen auch wir bei Berkeley bezüglich des Themas Gendern in der Unternehmenskommunikation keiner einheitlichen Regelung und stimmen uns eng mit unseren Kunden ab. In der Regel formulieren wir geschlechtsneutral. Außerdem entscheiden wir bei Bedarf je nach Zielgruppe und Medium. Unserer Einschätzung nach bevorzugen junge Formate in der Regel gender-gerechte Sprache, während klassische Medien mehr Wert auf einfache Lesbarkeit legen. Indem wir – wo es möglich ist – neutrale Formulierungen nutzen, werden wir hier sowohl den Lesern als auch dem gesellschaftlichen Wandel weitgehend gerecht.

Sprache festigt unser Denken

Denn, dass nicht nur Gesellschaft Sprache beeinflusst, sondern Sprache auch vice versa Einfluss auf unsere Wahrnehmung, Denken und unser Verhalten haben, wissen die Forschung und leider auch einige unrühmliche Politiker nur zu gut. Die Macht der Worte ist hier sehr anschaulich erklärt.

Wenn wir von Unternehmern, Entwicklern und Experten sprechen, sprechen wir in der Tat von Unternehmern, Entwicklern und Experten, also von Männern. Gendergerechte Sprache, ob mit Binnen-I, Sternchen* oder einfach geschlechtsneutrale Formulierungen bringt die Gleichstellung der Geschlechter voran. Es lohnt sich also, sich mit den Tipps zu ästhetischem, gendergerechtem Texten auseinanderzusetzen. Denn Sprache festigt unser Denken.

 

Titelbild: Daniele Levis Pelusi on Unsplash

Beitragsbild: newsaktuell Trendreport 2020