Digitale PR

Wie nah stehen sich Brands und Blogger?

Written by Lindsay Hoggard

22 Februar 2018

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Eine Umfrage in UK hat ergeben, dass fast drei Viertel der Menschen (fälschlicherweise) glauben, dass es keine Regulierungen rund um Influencer Marketing gibt, und fast die Hälfte sagt, dass dies die Gesellschaft schädigt.

Diese Ergebnisse folgen einer Initiative aus dem letzten Jahr, die sicherstellen will, dass die bezahlte Arbeit von Bloggern, Vloggern und anderen Social-Media-Influencern mit Firmen komplett transparent

ist. Infolgedessen wurde die Integrität einiger Online-„Stars“ in Frage gestellt oder sie fühlten sich dazu veranlasst, klarzustellen, wie sie mit Unternehmen zusammenarbeiten.

Das ist ein Thema, über das ich kürzlich mit einem Kunden beim Mittagessen gesprochen habe. Der Kunde erzählte mir, dass seine Tochter eine Bloggerin sein möchte. Für ihn war das unbegreiflich, aber in diesem digitalen Zeitalter ist ein Teenager, der eine YouTube Sensation sein will, nicht anders als ein Teenager vor zwanzig, dreißig, vierzig Jahren, der davon träumte ein Popstar zu werden. Social-Media-Influencer sind die neuen Stars, also ist es nicht verwunderlich, dass dieser Einfluss von Firmen benutzt wird.

„Aber warum sollte man etwas kaufen, weil der Blogger es dir sagt, obwohl es doch offensichtlich ist, dass er dafür bezahlt wird?“, fragte mein Kunde.

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir nur einen Blick auf die Werbeindustrie werfen. Die Konsumenten werden schon seit Jahren durch gute Werbung beeinflusst, obwohl sie wissen, dass diese von dem jeweiligen Unternehmen kreiert wird, um das Produkt oder die Dienstleistung zu verkaufen. Eine kommerzielle Beziehung mit Online-Influencern ist eine neue Art von Werbung – und es kann sogar eine wirkungsvollere sein.

Wenn ein Blogger mit hohem Ansehen mit einer Firma zusammenarbeitet und dabei erwähnt, dass dies eine bezahlte Partnerschaft ist, sowie in der Folge von seiner oder ihrer persönlichen  Erfahrung mit dem neuesten Produkt dieser Marke berichtet, werden die Follower zuhören und wahrscheinlich handeln.

Aus Sicht einer Geschäftsbeziehung könnte dies riskant sein. Ethisch gesehen, kann eine Marke dem Influencer nicht diktieren, was er sagen soll. Das bedeutet, dass die Rezension negativ (oder zumindest nicht ganz positiv) ausfallen kann. Demnach ist eine gewisse Portion Vertrauen von beiden Seiten essenziell. Die meisten angesehen Online-Influencer werben nur für Produkte, über die sie Positives berichten können, so bewahren sie ihre Integrität. Sie werden auch ehrlich sein, was die negativen Aspekte des Produkts angeht, aber auf eine Art und Weise, die das Ansehen der Marke nicht schädigen wird.

Ich persönlich folge einigen Bloggern und Vloggern, mittlerweile habe ich auch mit vielen Online-Influencern im Namen von Firmen, die ich vertrete, zusammengearbeitet. Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass in den allermeisten Fällen Online-Influencer eine Gruppe von Leuten sind, die auf eine Art und Weise arbeiten, die Respekt verdient und ihr Einfluss nicht unterschätzt werden sollte.

Bei einer kürzlich durchgeführten Kampagne für eine Verbrauchermarke, verwendete ich eine große Anzahl an aufeinander abgestimmten Aktivitäten, um den größtmöglichen Einfluss auf das Verhalten der Verbraucher zu erzielen. Blogger zu engagieren war hierbei ein Schlüsselelement. Denn Social-Media-Influencer können die Zielmärkte direkt erreichen und einem Unternehmen auf einer neuen, menschlichen Art und Weise helfen. Hauptsächlich sorgen sie dafür, die „Story“ (Geschichte) eines Produkts direkt an den Kunden zu bringen.

Das Wachstum der Online-Influencer hat ein ganz neues Kommunikations-Werkzeug geschaffen, das die Firmen ernst nehmen sollten.