Studien & Research

KI und Motivation – Auswirkungen auf Arbeitnehmende

Written by Lisa Mayerhofer

28 März 2024

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Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt in der Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung. Auch in meiner täglichen Arbeit an Texten für unsere unterschiedlichen Kunden gehört KI bereits zum Alltag. Häufig wird erwähnt, wie der Einsatz von KI Zeit und Kosten einsparen kann, was von einer KI alles übernommen werden kann und dass sich die Mitarbeitenden dadurch auf die wesentlichen Tätigkeiten fokussieren können. Irgendwann stellte ich mir dann die Frage, wie sich der Einsatz von KI eigentlich auf die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeitenden auswirkt, wenn sie ständig lesen, KI könnte etliche Arbeitsplätze übernehmen und viele Stellen werden zugunsten von KI gekürzt.

Bisher gibt es zu diesem speziellen Themengebiet leider nur sehr wenige Studien, was auch immer wieder in den jeweiligen existierenden Studien bemängelt wird, die sich ganz konkret mit den Auswirkungen der KI auf die Motivation sowie Zufriedenheit von Mitarbeitenden befassen. Ein weiteres Kurzdossier zeigt außerdem auf, dass die Wahrnehmung beispielsweise der Arbeitsplatzsicherheit, meist vom Individuum sowie dem Unternehmenskontext abhängig ist. Basierend auf den Ergebnissen weiterer Studien empfehlen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Arbeitnehmenden nicht nur mit KI-Systemen zu arbeiten, sondern sich beispielsweise auch eine zweite Meinung eines Kollegen oder einer Kollegin einzuholen, wenn die Ergebnisse die KI liefert, nicht hilfreich sind.

Langzeitstudie zu Auswirkungen von KI auf Arbeitnehmende

Bei der Studie „Artificial Intelligence and Workers´ Well-Being“ handelt es sich um eine Langzeitstudie von 2000-2020, die sich mit den Auswirkungen von KI auf das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden und ihrer mentalen Gesundheit befasst. Es wurde festgestellt, dass Arbeitnehmende, die mit KI arbeiten von einer geringeren Lebens- und Arbeitszufriedenheit berichten, als andere die nicht mit KI arbeiten. Zudem waren erstere eher besorgt um die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes. Weiter wurde festgestellt, dass bei Mitarbeitenden, die viel der KI-Arbeit ausgesetzt sind, die Sorge um die persönliche wirtschaftliche Zukunft ebenfalls anstieg. Die Studie erbrachte allerdings keine Hinweise auf signifikante Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Der Aufbau der Studie zeigt außerdem auf, dass bis dato die kreativen Berufe weitestgehend nicht von KI betroffen waren, da IT und das Finanzwesen am meisten von KI-Einsatz gezeichnet waren. Dieser Wissensstand hat sich aber sicherlich durch das Aufkommen von ChatGPT und anderen kreativen KI-Tools mittlerweile verändert und es bedarf hier dringend neuer Forschungen und Studien.

Fazit und Selbstreflektion

Die oben genannte Studie zeigt deutlich, dass der Einsatz von KI einen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitszufriedenheit sowie die Sorge um die Arbeitsplatzsicherheit haben kann. Besonders ist dies in den technischen Berufszweigen der Fall, wie die Studie festhält. Bisher scheinen kreative Bereiche von negativen psychischen Auswirkungen relativ ausgeschlossen zu sein und die KI dient bisher eher als Inspirationsquelle.

In der PR-Arbeit kann KI beispielsweise eingesetzt werden, um Umformulierungen zu finden, grob Ideen zu generieren oder um Texte schnell und knapp zusammenzufassen. Dass im Anschluss jeder Text von einem Mitarbeiter gegengelesen oder überarbeitet werden muss, versteht sich von selbst. Auch Chris Hewitt, Gründer und leitender Storyteller von Berkeley UK ist der Meinung dass KI den Brand-Storyteller nicht ersetzten, aber von Nutzen sein kann. Letztendlich ist es vermutlich eine individuelle Frage, wie stark die vermehrte Nutzung von KI einen persönlich beschäftigt und wie diese sich dann auch auf die eigene Motivation und Zufriedenheit auswirkt.

Im Rahmen der Erstellung dieses Blogbeitrags hat mich KI tatsächlich animiert und inspiriert, mich mit KI-Bilderstellung zu befassen: ich habe meinen ersten Prompting-Versuch unternommen, um diesen Beitrag zu illustrieren. Die Erstellung eines Bildes ist zuerst etwas tricky, wenn man sich aber ein bisschen eingearbeitet hat und weiß, wie man vorgehen muss, mit welchen Prompts man arbeiten sollte und wie exakt definiert diese sein müssen, um auf das gewünschte Ergebnis zu kommen oder welche man nutzen kann, um das Ergebnis einzugrenzen, wird es immer einfacher. Am Ende liegen Faszination und leichte Besorgnis eng beieinander.

Titelbild: Mit Playground-KI generiert